Zepernick, 27. Mai 2026
Wie sieht der Arbeitsalltag einer Pflegefachkraft aus?
Welche Aufgaben erwarten angehende Ingenieurinnen und Ingenieure?
Und welche Möglichkeiten bieten Polizei, Bundeswehr oder Universitäten nach dem Schulabschluss?
Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhielten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 12 beim diesjährigen erstmaligen, modifizierten „Berufetag“ an der Wilhelm-Conrad-Röntgen-Gesamtschule in Zepernick.
Organisiert wurde die Veranstaltung von einem kleinen Lehrerteam der Schule, das mit großem Engagement einen abwechslungsreichen und praxisnahen Tag auf die Beine stellte. Ziel des Berufetags war es, den Jugendlichen nicht nur bekannte Ausbildungs- und Studienwege vorzustellen, sondern ihnen auch Einblicke in Berufsfelder zu ermöglichen, die bislang außerhalb ihres unmittelbaren Interesses- oder Erfahrungsbereiches lagen. Manche Schüler haben sich mit dieser Materie noch gar nicht beschäftigt, obwohl man rahmenplanfundiert, oftmals diese Thematik bespricht.
Die Schülerinnen und Schüler konnten sich im Vorfeld in drei verschiedene Themenbereiche/Berufsfelder einwählen. Zudem wurde ihnen ein viertes unbekanntes Berufsfeld zugewiesen. Dieses Konzept, in Kleingruppen die Berufe kennenzulernen, ermöglichte es, neue Perspektiven zu entdecken und über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken.
Insgesamt präsentierten sich rund 40 Unternehmen, Institutionen und Einrichtungen vor Ort, darunter auch drei Universitäten. Die Bandbreite der vertretenen Branchen war beeindruckend: Von handwerklichen und technischen Berufen über Verwaltung und Finanzen bis hin zu Medizin, Pflege, Medien, Gastronomie, Selbstständigkeit, den Bereichen Polizei und Bundeswehr war ein breites Spektrum der Berufswelt vertreten.
Zu den teilnehmenden Einrichtungen gehörten unter anderem die Charité – Universitätsmedizin Berlin, Siemens, das Immanuel Klinikum Bernau, Telekom, Fielmann, die Kita Da Vinci, die Seniorenpflege Rotunde Eichenhof, die Konrad-Adenauer-Stiftung, das Park Inn by Radisson Berlin Alexanderplatz, das Finanzamt Eberswalde, die Sparkasse Barnim, die Berliner Feuerwehr, die Bundespolizei, die Polizei Brandenburg, die Bundeswehr, Metallbau Liebehenschel GmbH, Alpro Metallbau, Sa-ge-tec, Medworx, verschiedene Elektrobetriebe, die Hauskrankenpflege Schwester Agnes sowie die Universität Potsdam u.a.m.
Das Besondere am „Berufetag“ war das Format des Referierens: In einem 45-Minuten-Takt stellten die Referentinnen und Referenten den Schülerinnen und Schülern ihre Berufsfelder vor. Dabei informierten sie über Ausbildungswege, Studienmöglichkeiten, Entwicklungsperspektiven, Einsatzbereiche und Karrierechancen. Durch den eingetakteten Wechsel erhielten die Jugendlichen zahlreiche Einblicke in unterschiedlichste Berufswelten.
Besonders positiv fiel auf, mit wie viel Engagement die Vertreterinnen und Vertreter der Unternehmen und Institutionen ihre Räume vorbereitet haben. Zahlreiche Anschauungsmaterialien, technische Geräte, Arbeitsproben sowie mediale Präsentationen sorgten dafür, dass die Berufe nicht nur beschrieben, sondern erlebbar gemacht wurden. Viele Referierende berichteten zudem von ihren persönlichen Erfahrungen und Werdegängen, wodurch die Informationen authentisch und lebensnah vermittelt wurden.
Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit, zahlreiche Fragen zu stellen. Ob Voraussetzungen für eine Ausbildung, Verdienstmöglich-keiten, Arbeitsalltag oder Aufstiegschancen – das anfänglich zurückhaltende Interesse wurde groß und führte vielerorts zu lebhaften Gesprächen. Besonders in Erinnerung blieb vielen Jugendlichen die praktische Arbeit bei Fielmann. Dort konnten sie selbst aktiv werden, was ihren Blick für Details schärfte und einen realistischen Einblick in den Berufsalltag ermöglichte.
Auch die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler fielen durchweg positiv aus. Viele bezeichneten den „Berufetag“ als einen gelungenen und gewinnbringenden Tag. Sie berichteten, viel Neues kennengelernt und interessante Informationen über Berufe erhalten zu haben, die ihnen zuvor kaum bekannt waren. Besonders hervorgehoben wurde die angenehme und ruhige Atmosphäre, die konzentrierten Gespräche und der intensive, persönliche Austausch.
Nicht nur die Jugendlichen zeigten sich begeistert. Auch die Referentinnen und Referenten lobten das Interesse, die Offenheit und das respektvolle Verhalten der Schülerschaft. Viele äußerten bereits ihre Bereitschaft, auch beim nächsten „Berufetag“ wieder dabei zu sein und freuen sich auf ein Wiedersehen im Jahr 2028.
Dieser Tag soll künftig weiterhin im zweijährigen Rhythmus stattfinden. Das Lehrerteam der Wilhelm-Conrad-Röntgen-Gesamtschule wird die gewonnenen Erfahrungen auswerten und das Konzept weiterentwickeln. Dabei spielen die Rückmeldungen aller Beteiligten eine wichtige Rolle, um die Veranstaltung noch zielgerichteter auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler auszurichten.
„Es ist von großer Bedeutung, die Schülerschaft rechtzeitig damit zu konfrontieren, um Wahlmöglichkeiten zu schaffen. Sie müssen sich die Grundlage erarbeiten, mehrere Türen öffnen zu können“, so Frau Meyer, welche Hauptverantwortliche im Team ist und genau diese Problematik im WAT- Bereich speziell thematisiert und die Schüler vorbereitet.
Denn eines wurde an diesem Tag erneut deutlich: Schule kann und soll dabei Orientierungen geben. Die Aufgabe von Lehrkräften besteht darin, Impulse zu setzen, Perspektiven aufzuzeigen und Schülerinnen und Schülern bei ihrer Berufsorientierung zu helfen.
Der „Berufetag“ leistet hierzu einen wichtigen Beitrag und soll ein fester Baustein der Berufs- und Studienorientierung an der Wilhelm-Conrad-Röntgen-Gesamtschule in Zepernick werden.
S.Renner (Lehrerin)
